Was ist eigentlich eine SoLaWi?

Hast du dich schon mal gefragt woher das Gemüse aus dem Supermarkt kommt und wie es produziert wurde? Werden die Erzeuger*innen fair bezahlt und wird mein Gemüse gespritzt oder ökologisch erzeugt? Was passiert mit nicht verkauftem Obst oder Gemüse? Ach, und wann haben Erdbeeren oder Karotten eigentlich Saison?

Fragen über Fragen die meist nur teilweise beim Einkauf im Supermarkt beantwortet werden. Anders ist dies bei der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi).

Die Grundidee einer solidarischen Landwirtschaft ist, dass ein Hof oder ein Zusammenschluss von Höfen eine Gruppe von Verbraucher*innen über einen festgelegten Zeitraum mit Lebensmitteln versorgt. Diese zahlen einen meist monatlichen Betrag, der aber unabhängig von der Bezugsmenge ist. Lebensmittel verlieren immer mehr an ihrem Preis und sollen somit an Wert zurückgewinnen. Der mindestens zu zahlende Betrag ist meistens kostendeckend und wird an den geschätzten Jahreskosten orientiert. Mitglieder sind aber dazu angehalten, falls möglich mehr zu bezahlen. Für die Erzeuger*innen bedeutet dies eine höhere Planungssicherheit, da mögliche Ernteausfälle kompensiert werden können. In Deutschland sind solidarische Landwirtschaften in einem basisdemokratischen Verband vernetzt bei dem sich der Verein Solidarische Landwirtschaft e.V. als Trägerverein des Netzwerkes sieht.

Als Mitglied in einer solidarischen Landwirtschaft kann man also genau nachvollziehen wo das Gemüse herkommt und wie es produziert wurde. Es gibt so gut wie keine Abfälle, da geerntetes Gemüse direkt an die Verbraucher*innen weitergegeben wird. Dabei ist egal ob es optischen den Anforderungen des Handels entspricht ist oder nicht. Die Erzeuger*innen müssen sich zudem nicht auf einen Preiskampf mit den Supermärkten einlassen. Außerdem richtet sich der Inhalt der Gemüsekisten nach der Saison. Erdbeeren gibt es also nicht im Winter, dafür aber Karotten aus dem Freiland oder aus Lagerung. Im Gegensatz zu Erdbeeren lagern Karotten sich nämlich sehr gut.

Du willst dich noch mehr einbringen? Die meisten SoLaWis veranstalten sogenannte Hoftage, an denen alle Mitglieder dazu eingeladen sind mitzuhelfen und Landwirtschaft kennen zulernen.

Wir haben dein Interesse geweckt? Informiere dich auf der Internetseite des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft nach einer SoLaWi in deiner Nähe.
Falls du es noch nicht wusstest, an der TU Berlin findet sich die SoLaWi ebenfalls wieder. Der Kooperationsverband Sterngartenodyssee, der Menschen mit Gemüse, Obst und Saft versorgt hat eine Abholstation im EB 015 der Initiative "tuess" der TU Berlin. Somit wird es dir noch einfacher gemacht mit Teil der SoLaWi zu werden und dir eine Kiste mit Lebensmitteln direkt von der Uni mit nach Hause zu nehmen.

Quellen:

Netzwerk solidarische Landwirtschaft: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/startseite/

Gemeinschaft "Plantage" für regionales Gemüse & Obst in Berlin & Brandenburg: https://www.plantage.farm/

Gemeinsam Landwirtschaften Eberswalde: https://www.hnee.de/de/Studium/Campus-Leben/Aktive-Gruppen/GeLa-Eberswalde/GeLa-Eberswalde-E7692.htm