Plastik im Alltag vermeiden

Eine Welt aus Plastik

Damals eine tolle Erfindung - heute wächst uns der Müllberg über den Kopf.

Egal ob Autoreifen, Zahnbürste, Einkaufstüte oder Kugelschreiber, eine Welt ohne Plastik lässt sich kaum noch vorstellen. Heute werden jährlich bereits über 300 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr auf der Welt produziert – zum Vergleich – in den 1950er Jahren waren es knapp 1,5 Millionen Tonnen. Mit anderen Worten: Wir haben die Kontrolle verloren. Aber was ist nun eigentlich das Problem an der großen Menge des Kunststoffes? Plastik enthält viele chemische Verbindungen, deren Langzeitauswirkung auf unseren Körper kaum erforscht sind. Bestandteile sind unter anderem schädliche Stoffe wie Weichmacher. Diese beeinflussen beispielsweise den Hormonhaushalt, die Fruchtbarkeit oder können Allergien auslösen. Weiterhin baut sich Plastik nie vollständig ab, sondern zersetzt sich nur in kleinste Teilchen, welche Mikroplastik genannt werden. Dieses lässt sich in allen Kreisläufen von Lebewesen finden und wurde von Forschern der Universität in Wien in menschlichen Kotproben nachgewiesen. Nicht nur an Land, sondern auch im Wasser gibt es Probleme. Die Meere werden stark vom Plastikmüll belastet. Tiere erleiden den Hungertod, weil sie zu viel Plastik gefressen haben und dieses nicht mehr ausscheiden können. Andere Tiere wiederrum verfangen sich in alten Fischernetzen oder verletzen sich an scharfen Plastikteilen. Mittlerweile gibt es den „Great Pacific Garbage Patch“, einen riesen Plastikstrudel mitten im Nordpazifik. Dieser Müllstrudel ist bereits größer als Mitteleuropa.

3 einfache Schritte für weniger Plastik:

  1. Werde dir bewusst, wann und in welchen Situationen du Plastik verwendest
  2. Informiere dich über die Alternativen
  3. Setze die für dich sinnvollen Alternativen um

Klingt einfach? Ist es eigentlich auch. Nur die Umstellung kostet einmalig Zeit, danach kannst du allerdings die Vorteile von weniger Plastik genießen.


Hier nun die Tipps für den Alltag:

Plastikflasche

Wie wäre es mit einer Flasche aus Glas. Beispielsweise produziert das Berliner Unternehmen Soulbottles Glasflaschen, noch dazu in einem tollen Design und unter fairen Bedingungen hergestellt. Damit schonst du nicht nur langfristig deinen Geldbeutel, sondern vermeidest auch das Geschleppe von Plastikflaschen aus dem Supermarkt nach Hause.

Schluss mit to-go

Warum muss es immer schnell gehen? Nimm dir die Zeit und genieße deinen Kaffee und dein Essen vor Ort. Wenn du deinen Kaffee früh unterwegs brauchst, dann kauf dir einen schönen wiederverwendbaren Becher. Die halten länger warm, können nicht verschüttet werden und sehen auch noch besser aus. Und wenn du immer noch nicht überzeugt bist, denk nochmal darüber nach, was für ein Aufwand hinter einem to-go Becher steht. Vom Baum zum Becher, nur damit wir 10 Minuten daraus trinken und er dann im Müll landet.

Lebensmittelverpackungen und Einkauf

Muss denn immer alles verpackt werden? Vielleicht hast du noch nie darauf geachtet, aber viele Produkte sind völlig unnötig mit Plastik verpackt. Wenn du die Wahl hast, greif beim nächsten Mal einfach zur nicht eingeschweißten Gurke. Und mal ganz ehrlich, muss die Plastiktüte für 3 lose Äpfel wirklich sein? Planlos einkaufen ist nicht nur erwiesener Sache schlecht für den Geldbeutel, sondern auch schlecht für die Umwelt. Wer plant, kann auch immer seine Tragetasche mitnehmen und muss keine erwerben. Schau doch mal nach einem Unverpackt-Laden in deiner Nähe. Das hat, außer der Vermeidung von Einwegverpackungen, auch noch den Vorteil, dass du immer genauso viel kaufen kannst wie du wirklich brauchst. Falls du auf dem Land wohnst, kannst du auch mal bei den Landwirten in deiner Nähe anfragen. Viele Landwirte verkaufen auch direkt ihre Erzeugnisse. Somit vermeidest du nicht nur sinnlose zusätzliche Verpackungen und Transportwege sondern das Essen wird dadurch noch frischer.

Körperpflege

Was viele nicht wissen, in vielen Pflegeprodukten ist Plastik versteckt. Hinter Bezeichnungen wie: Acrylate Copolymer (AC), Polyamide (PA), Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Siloxane verbirgt sich nichts anderes als Plastik. Daher vermeide solche Produkte und greif lieber auf Naturkosmetik und Seifen zurück. Einige Hersteller verwenden auch Verpackungen aus recyceltem Material. Auch zur Plastikzahnbürste, Plastikrasierer oder Plastikseifenspender gibt es Holzalternativen.

Wiederverwendung

Produkte aus Plastik wiederverwenden: Egal ob Seifenspender oder Plastiktüte, einige der Produkte lassen sich wiederverwenden. Also wann immer der Griff zum Plastik sich nicht vermeiden ließ, vielleicht kann man es nochmal benutzen. Dabei kann man auch ganz kreativ werden und zum Beispiel Lampen aus alten Plastikbechern bauen.

Autoreifen

Der Abrieb von Autoreifen stellt eine der Hauptquellen für Mikroplastik dar. Wenn du also auf den öffentlichen Nahverkehr und andere alternative Verkehrsmittel umsteigst, reduzierst du damit ebenfalls Plastik.

Richtig entsorgen

Plastikmüll gehört in die Gelbe Tonne, sonst kann es nicht recycelt werden. Kaugummis und Zigaretten haben auch nichts in der Umwelt zu suchen und gehören ebenfalls in den Müll. Zigaretten vergiften das Wasser und schaden damit nicht nur den Tieren sondern auch dem Menschen.


Die Tipps nochmal zusammengefasst:

  • Schluss mit to-go, genieß vor Ort
  • Wiederverwendbare Flasche/ Becher/ Behälter benutzen
  • In Unverpackt-Läden oder auf Märkten einkaufen
  • Im Supermarkt die unverpackten/ wenig eingepackten Produkte wählen
  • Eigene Tragetasche mitbringen und wiederverwenden
  • Naturkosmetik oder/ und Seife verwenden
  • Pflegeprodukte auf verstecktes Mikroplastik abchecken
  • Recycelte Verpackungen bevorzugen
  • Plastik wenn möglich wiederverwenden
  • Öffis und Fahrrad statt Auto nutzen
  • Plastik richtig entsorgen

Interessante Quellen zum Weiterinformieren:

https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Faktenblatt-Mikroplastik.pdf

http://itsaplasticworld.com/movie-deutsch/