Kritisches Kollektiv nachhaltiger Interventionen

Ob Klimawandel, Artensterben, steigende Mieten, soziale Ungerechtigkeit oder menschenfeindliche Parolen, die so laut gebrüllt werden, dass sie den demokratischen Diskurs zu dominieren scheinen: Es gibt viele Themen die uns als junge Menschen und Studis beschäftigen. Da gibt es Themen, gegen die wir außerhalb der Uni demonstrieren, Themen, die wir in Projektwerkstätten selbst in die Praxis umsetzen und es gibt auch Themen, bei denen wir uns einzeln zu klein fühlen, um gegen sie anzutreten. Was uns, die wir aus unterschiedlichen Disziplinen der Universität kommen, aber verbindet, sind drei Dinge:

  • Wir wollen etwas ändern!
  • Wir wollen uns einbringen und andere Leute dafür begeistern, sich selbst einzubringen!
  • Wir verbringen viel Zeit an der TUB und bei aller Zufriedenheit über unsere Möglichkeiten gibt es doch eine ganze Menge, die wir ändern möchten!

Im April 2019 trafen wir uns zum ersten Mal im Rahmen eines Projektlabors, um zusammen einen völlig freien Raum mit unseren Ideen und unserer Kreativität zu füllen und zu nutzen. Unsere Erwartungen an diesen Raum aus den ersten Sitzungen lesen sich wie folgt:

  • Der kollektive Raum gibt Rückhalt, er bietet Hilfestellung und Ratschläge, um Hindernisse zu überwinden.
  • Alle werden eingesammelt, egal, wer ich bin.
  • Der kollektive Raum bestärkt mich nachhaltige Projekte umzusetzen, die ich aus eigener Kraft nicht stemmen könnte.
  • Arbeit und produktive Zeit findet auch außerhalb des Raumes in Form von Interventionen und Exkursionen statt.

Aus diesem Prozess, nach vielen Diskussionen und viel Engagement, ist ein Kollektiv hervorgegangen. Das Kritische Kollektiv nachhaltiger Interventionen, kurz KriKo. Folgende Begriffe sind uns besonders wichtig und sprechen für unsere Selbstwahrnehmung:

  • Kritische Nachhaltigkeit:
    • Der Begriff Nachhaltigkeit beinhaltet vor allem soziale Nachhaltigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Demokratie. Die Themen sind nicht voneinander zu trennen und bedingen sich im höchsten Maße gegenseitig. Es gibt keine ökologische Nachhaltigkeit ohne soziale Gerechtigkeit und diese wiederum gibt es nicht ohne eine offene und basisdemokratische Gesellschaft. Und andersrum gibt es keine soziale Nachhaltigkeit, wenn wir jetzt nicht anfangen, konsequent das Klima, die Natur und die Umwelt vor weiterer Zerstörung zu schützen.
  • Die Idee der Intervention:
    • „Eine Intervention in der Bildenden Kunst ist ihrer Absicht und ihrer öffentlichen Wahrnehmung nach ein Eingriff in bestehende Zusammenhänge im öffentlichen Außen- und Innenraum. […] Sie thematisiert gesellschaftlich-soziale, kulturelle, funktionale, räumliche und materielle Aspekte des Veränderten [und] behandelt […] den Antagonismus zwischen Macht und Machtlosigkeit.“ (Wikipedia, Intervention (Bildende Kunst)).
    • „[In der Pädagogik] greift eine Intervention […] direkt in das Geschehen ein, um ein unerwünschtes Phänomen zu beseitigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.“ (Wikipedia, Intervention (Pädagogik)).
    • "Eine Krisenintervention ist allgemein eine kurzfristige Einflussnahme von außen, wenn sich eine Situation für ein Individuum oder ein soziales System akut bedrohlich zuspitzt." (Wikipedia, Krisenintervention). Wobei für uns ganz wichtig ist, dass alle unsere Handlungen gewaltfrei, sowie respektvoll gegenüber allen Menschen sind.

In diesem Kollektiv möchten wir uns engagieren, Themen der Nachhaltigkeit verstärkt in die TU Berlin zu bringen. Wir wollen alle Wege nutzen unsere Universität und unser Studium mitzugestalten. Deswegen haben wir neben KriKo die Liste 6: Kritisch Nachhaltige TU Berlin gegründet. Mit dieser Liste wollen wir uns ins StuPa wählen lassen und uns auch auf Hochschulpolitischer Ebene für diese Themen einsetzen.